Rolling in the rain...
Sonntag rund um die Siegessäule: 7. Coni XRace’08, ein total verregneter Tag für alle Inlineskater.

Rolling in the rain: Wetterchaous beim Coni XRace ´08

Hart im Nehmen: Start beim SCC KidsCup

Siegertypen:Hilde Goovaerts, Cecilia Baena, Nicole Begg,
Dunkle Wolken über der Stadt, Dauerregen und böiger Wind. XSpeed-Chef Andreas Wilking brachte beim Interview an der Rennstrecke die Stimmung auf den Punkt: "Das was ich heute beim Blick durchs Fenster gedacht habe sagt man nicht laut, und schon gar nicht öffentlich“. Stürmisch, kalt und nass – die Bedingungen beim 7. Coni XRace’08 waren alles andere als ideale Skate-Voraussetzungen. Wer aber meint, dass Inline-Skater Schönwetter-Sportler sind, der irrt. Weit über die Hälfte der rund 700 gemeldeten Profis, Kids und Freizeitskater ließen sich von den Wetterkapriolen nicht abhalten und zogen hoch motiviert die Regenrollen auf.
Coni XRace08 mit Top Bestzung
Denn noch nie zuvor nahmen so viele internationale Top-Fahrer am Coni XRace, dem einzigen Berliner Rennen nur für Inlineskater teil. Das besondere daran: Das Coni XRace hat jetzt bereits im 2. Jahr den Status „World Inline Cup“ und ist 3. Station des „GERMAN INLINE CUP“. Der GIC vereint vier deutsche Inline-Events der Extraklasse: Auf den Saisonauftakt beim Vattenfall BERLINER HALBMARATHON, folgt der RZ Mittelrhein-Marathon und das Coni XRace wiederum in Berlin. Der traditionelle Saisonabschluss, bei dem auch die Gesamtsieger und -siegerinnen des GERMAN INLINE CUP geehrt werden, erfolgt beim Sportscheck InlineMarathon in Köln. Die Topfahrer nutzen das Berliner Rennen über die Halbmarathondistanz als letzte Standortbestimmung vor der WM Anfang September in Spanien. Auch die Freizeit- und Fitness-Skater nahmen die Herausforderung an, und das mit Bravour. Trotz der schwierigen Straßenverhältnisse gab es kaum Stürze, an den Wendepunkten war sehr achtsames Fahren zu beobachten.
Coni XRace Sieger aus Belgien und Venezuela
Die Belgierin Hilde Goovaerts konnte einmal mehr unter Beweis stellen, dass für sie die Straßen überhaupt nicht nass genug sein können. Schon frühzeitig setzte sich im Rennen der Damen eine Gruppe von zehn Fahrerinnen ab. Im entscheidenden Zielsprint gelang es der erfahrenen Belgierin, sich gegen die vermeintlichen Favoriten aus Kolumbien durchzusetzen. Hilde Goovaerts (CadoMotus World) siegte in 44:13 Minuten vor der Führenden des World Inline Cup Cecilia Baena (Bont Wheels). Auf Platz drei kam die Neuseeländerin Nicole Begg, ebenfalls Bont Wheels, ins Ziel. Als beste Deutsche erreichte das XSpeed-Mitglied Jana Gegner (Rollerblade MPC World) auf Rang sechs das Ziel
Bei den Herren blieb die Spitzengruppe mit rund 30 Fahrern über das gesamte Rennen permanent zusammen. Im Massensprint konnte sich schließlich Alexander Bastidas (Bont Bacata) aus Venezuela durchsetzen. Der 24-jährige gewann unter anderem 2003 WM-Gold. Er setzte sich in 37:18 Minuten vor dem Franzosen Matthieu Grangirard (Rollerblade I.B.U. Speedodrom) und dem Schweizer Severin Widmer (X-Tech-Crocs) durch. Als bester Deutscher kam Nico Wieduwilt (Zepto Skate Team) auf Platz acht ins Ziel. Bester Berliner war XSpeed-Mitglied Albrecht Döring, der zuletzt als Sieger des RZ-Mittelrhein-Marathon auf sich aufmerksam machte und mit der Platzierung seinen 3. Rang im GERMAN INLINE CUP erfolgreich verteidigen konnte.
XSpeed Helfer als eigentliche Sieger
Mit Bravour durchs Ziel gingen auch die mehr als 100 ehrenamtlichen Helfer, die überwiegende Mehrzahl davon XSpeed-Mitglieder, beim Auf- und Abbau, bei der Startnummernausgabe, am Grill, Getränkeverkauf oder Kuchenbuffet und bei der Sicherung der Strecke. Viele waren bei Dauerregen bis zu 12 Stunden im Einsatz. Wenn die Arbeit unterbrochen wurde, dann nur um "mal kurz" die Rollen anzuziehen und beim Coni XRace mitzuskaten. Die gute Laune und die Motivation hat durch den Dauerregen nicht gelitten. Mit etwas Improvisationstalent klappte der Rennbetrieb trotz widriger Wetter-Umstände, streikendem Generator und einem Startbogen dem mehrfach die Luft ausging. Der Lohn, stolze Gesichter bei den Teilnehmern, die trotz Hundewetter das Rennen erfolgreich beendet haben. In dem Punkt stehen die Skater den Läufern nichts nach, das hat schon der verregnete real BERLIN-MARATHON im vergangenen Jahr bewiesen. Ein besonderer Dank geht auch in diesem Jahr an die Sponsoren des Coni XRace: an Coni Altherr, Rollerblade und Zweirad-Center-Stadler, die mit ihrem Einsatz diese wichtige Veranstaltung unterstützen und an die SCC-RUNNING, die das Coni XRace mit der Bereitstellung von Mann, Logistik und Material in dieser Form erst möglich macht.
Das Handtuch war schuld
Ein kleines Detail noch am Rande: Der Schuldige für das katastrophale Wetter war schon bald gefunden. Es muss das Sporthandtuch gewesen sein, das die Finisher im Ziel erhalten haben. Zur Erklärung, bereits im 2. Jahr verzichtet das Coni XRace auf Medaillen und übergibt stattdessen jedem Teilnehmer im Ziel ein Präsent mit Erinnerungs- und Nutzwert. Letztes Jahr war dies ein schicker Schlüsselhalter und dieses Jahr ein attraktives Sporthandtuch aus Mikrofaser. Einhellige Meinung: Das Handtuch hat den Regen provoziert. Fürs nächste Coni XRace wird es deshalb eher Sonnenbrillen oder Sonnencreme geben. Dann klappts auch wieder mit dem Wetter.


